Gespeichert unter: Netzwelt, Politik | Schlagworte: Informationelle Selbstbestimmung, Internetsperre, Internetzensur, Stoppschild, Ursula von der Leyen, Zensur, Zensurulla
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Und? Was meinst du dazu?Tja, so kalt kann es einen Erwischen. Auch ich hab im ersten Moment gestutzt, als ich die Tiny-URL im Bundestagsforum gefunden habe (ohne Erklärung, was es genau ist) und die Seite geöffnet habe. Und was ich auch genial fand ist folgendes:
So, und jetzt schau mal mit einem Rechtklick und den Bildeigenschaften auf die Adresse und herkunft der Grafik, um zu sehen, dass das ein echter Link ist, und nicht einfach bei mir hochgeladen und eingebunden wurde. Interessant, oder?Das ist aber das, was ich auch schon gemeint habe. Eine Sperre von einer URL mittels einem Stoppschild bringt in erster Linie schonmal gar nichts, und zudem auch noch den Generalverdacht aussprechen, dass jeder, der in irgendeiner Form auf dieser Seitenadresse verzeichnet wurde ein pädophiler wäre ist nichts weiter als eine Kriminalisierung von unbeteiligten und unschuldigen Bürgerinnen und Bürgern. Und das Problem wird dadurch auch nicht gelöst, selbst wenn die Zensurulla und ihre Schergen das gerne so hätten. Denndazu lassen sich folgende Punkte sagen, die das geplante Vorgehen mit diesen lustigen Stoppschildern ad absurdum führen:
- Wenn die URL umgeleitet wird auf dieses Stoppschildseite ist sie theoretisch immer noch mit direktem Aufruf der IP-Adresse erreichbar
- Irgendwelche Spaßvögel finden es immer wieder komisch, mittels iFrames oder Bildlinks oder sonstwas (siehe Bannerbeispiel oben) auf solche Seiten zu verlinken. Schwupps steht man unter Generalverdacht!
- Wenn die Betreiber und Nutzer solcher Angebote es drauf anlegen und ihre Inhalte untereinander tauschen wollen, finden sie neue Wege, das auch zu tun, denn das World-Wide-Web, wie es die meisten Leute als Internet kennen, ist nur die Oberfläche des weltweiten Netzwerks. Darunter befinden sich noch unergründliche Tiefen (IRC-Netzwerke, Usegroups, usw…)
- Das Internet ist nicht kontrollierbar
Doch das scheint bisher noch immer nicht in den Köpfen von Politikern angekommen zu sein, wenn man ernsthaft und krampfhaft versucht, mit solchen Methoden der „KiPo“ Einhalt zu gebieten.
Ein weiteres Manko ist die Umsetzung des Gesetzes. Wie ja allgemein bekannt wurde, soll die Liste der gesperrten Seiten ausschließlich dem BKA zugänglich sein und von diesen auch gepflegt werden. Somit wird zum einen eine direkte Zensur eingeführt, zum anderen wird dadurch jegliche Kontrollinstanz vermieden, wodurch sich erreichen lässt, dass man auch gleich noch unliebsame Seiten (vielleicht politik-kritische Inhalte?) auch verschwinden lässt und mit einem Stoppschild versieht. Von daher ist meine Meinung dazu, und das mögen andere gerne anders sehen als ich, dass dieses Gesetz unbedingt abgewendet, und der entsprechende Ändeurngsentwurf des Telekommunikationsgesetzes umgehend verworfen werden muss! Auch ich spreche mich entschieden gegen KiPo und die daraus resultierenden Folgen aus, aber Einschränken lassen zu müssen sehe ich erst recht nicht ein!
Ja, auch ich habe die Online-Petition mitgezeichnet, welche gegen die Internetsperre von der Zensurulla gerichtet ist, und mit mir zusammen über 80.000 andere Bürgerinnen und Bürger dieses Landes.
Als IT’ler und auch Webentwickler ist es für mich persönlich ein Unding, wenn eine exekutive Instanz dieser Nation dazu befähigt ist, nach Gutdünken Inhalte zu sperren und unbescholtene Leute unter Generalverdacht zu setzen. Von daher vertrete ich folgende Meinung:

Und hier noch der Link für die Petition im Bundestag gegen eine Internetzensur:
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=3860
