Gespeichert unter: Gedanken, Sonstiges | Schlagworte: 2008, 2009, Aufbruch, Ende einer Ära, Mannheim, Neuanfang, Neuer Job, Neues Leben
2008 war wohl sowas wie ein Jahr des Niedergangs. Ich trennte mich Ende des Jahres von meinem alten Arbeitgeber, meine Lieblingskneipe schloss ihre Pforten, und dies war bei weitem nicht das Einzige, was in jenem vergangenen Jahr endete.
2009 nun wird wohl das Jahr des Neuanfangs, ein Jahr, in welchem wohl vieles, wenn nicht sogar fast alles in meinem Leben sich ändern wird. Angefangen hat es ziemlich holprig, denn Anfang des Jahres was ich dann wohl erstmal arbeitslos, hatte Existenzangst und kaum Geld in der Tasche. Dann schließlich fand ich eine neue Anstellung als „EDV-Fuzzi“ und Programmierer in einer Speditionsfirma. Ich fand somit nicht nur eine neue Anstellung, sondern auch eine Aufgabe, welche sehr abwechslungsreich ist, welche mich endlich mal wieder richtig fordert und die mir sehr viel Spaß macht. Neben einem netten Gehalt bekam ich auch noch supernette Kollegen dazu!
Ebenfalls neu ist wohl, dass ich nun offener lebe als zuvor. Ich stehe endlich zu dem, was ich bin und mache keinen Hehl mehr daraus wie noch ein Jahr zuvor. Im Gegenteil, nachdem ich mich geoutet habe fühle ich mich einfach besser und freier, und alles hat sich eher positiv verändert anstatt negativ.
Ein weiterer, und wohl der tiefschneidenste Punkt ist die Umsiedlung nach Mannheim. Nach fünf Jahren in guten und in schlechten Zeiten in Kaiserslautern wage ich nun, auch bedingt durch meinen neuen Job, doch eher davon getrieben dass ich schon lange mich danach sehnte, meine Zelte in jener Stadt aufzuschlagen, welche für mich wohl der schönste Ort der Welt ist. Ich liebe Mannheim, die Stadt, die Menschen dort – einfach alles.
Ein nächster Schritt ist wohl zusätzlich zu einem offenen Leben vor allem ein gesünderes Leben. Einvernehmlich haben wir beschlossen, dass wir uns auf jeden Fall gesünder ernähern wollen als bisher möglich gewesen. Und auch mit dem Hanteltraining habe ich angefangen. Sind die Erfolge nun auch noch nicht sehr groß, so sind sie doch schon bemerkbar, und ich hätte nie gedacht, dass ich mal Gefallen an sowas finden würde. Früher dachte ich immer nach dem Motto „Sport ist Mord“, aber nun ist es einfach ein gutes Gefühl, wenn ich das Ziehen verspüre.
Kurzum: Ich blicke dem Jahr 2009 sehr positiv entgegen, trotz Wirtschaftskriese und dergleichen. Ich denke, dass das Jahr des Aufbruchs nicht nur der Beginn eines neuen Lebensabschnitts darstellt, sondern vielleicht sogar die erste Etappe auf dem Weg in ein besseres Leben.
Gespeichert unter: Gedanken, Netzwelt, Politik | Schlagworte: Armut, Die Linke, Hartz IV, Interview, Kapitalismus, Kommunismus, Linkspartei, Oskar Lafontaine, Reform, Sozialismus, Spiegel-Online, Wirtschaftssystem
… oder etwa doch nicht? Nicht so ganz? Ein bisschen?
Habe heute auf Spiegel-Online ein Interview mit Herrn Lafontaine gelesen, was ich sehr interessant fand (zum Artikel). In diesem Interview ging es darum, dass der Kapitalismus, so wie wir ihn kennen, überwunden werden soll. Interessant…
Die Idee als solche würde ich sehr begrüßen, denn das Kapitalistische System hat in jüngster Zeit immer wieder seine Schwächen offenbart, angefangen damit, dass durch Niedriglohn und Zeitarbeit die arbeitende Gesellschaft wohl nur noch als Rohstoff in Menschengestalt angesehen wird, und zum anderen, dass es verdammt gefährlich sein kann, wenn man mit Geld herumspielt, welches man eigentlich gar nicht besitzt. Die derzeitige Wirtschaftskriese zeigt ja in einem Paradebeispiel, dass das kapitalistische System in seinen Grundfesten nicht unangreifbar ist und durchaus stark ins Wanken geraten kann. Von daher würde eine Ablösung des Kapitalismus als solchem durchaus etwas positives abzugewinnen sein.
Aber dennoch ist der Kapitalismus ein System, welches bisher so ziemlich alles überlebt hat, was es gab. Im Rom konnte man für ein paar Sesterze einen Laib Käse erstehen, heute kann ich ein Päckchen Goude im Supermakrt für ein paar Euro kaufen. Wie man sieht, hat sich das Prinzip in 2000 Jahreneigentlich nicht verändert, sondern war nur ein paar Unterbrechungen unterworfen, beispielsweise der allgegenwärtigen Subsistenzwirtschaft im Mittelalter. Und dennoch hat der Kapitalismus mehr oder minder überlebt, auch wenn er in seiner heutogen Form überhaupt nicht mehr mit dem Geschäftsleben im Römischen Reich vergleichbar ist. Somit lässt sich wohl zeigen, dass eine Überwindung des Kapitalismus nicht so ohne Weiteres möglich sein kann, vor allen Dingen weil dieses Wirtschaftssystem im globalisierten Zeitalter fast überall etabliert ist. Und auch die Vergangenheit zeigt, dass beispielsweise die bereits erwähnte Subsistenzwirtschaft, aber auch der mächtige Kommunismus bereits versagt haben, und somit den Kapitalismus als einziges Wirtschaftssystem übrig blieb, welches in allen Ländern (auch wenn sie sich kommunistisch schimpfen) vorherrscht.
Jedoch wäre eine Reformierung des Kapitalismus wünschenswert. Und hier komme ich auch wieder in Einklang mit der Linken Partei. Mindestlohn wäre eine grundsolide Basis, um auch die Arbeitsleistung eines Arbeiters oder Handwerkers (oderAngestellten oder was auch immer) zu vergüten. Und 10,00 € die Stunde sind da schon ein Wort, wenn man bedenkt, wieviel Energie man in manchen Berufen braucht, welchekaum entlohnt werden, so dass man auch noch von zusätzlicher Stütze leben müsste (beispielsweise Aufstockung durch ALG2). Und auch die Abschaffung von Hartz IV begrüße ich mit offenen Armen, denn dieses System ist nichts weiter als gesetzliche Volksverarmung (ist nun keine Stammtischparole, denn ich habe selbst schon mit Hartz IV zu tun gehabt und weiß wovon ich spreche). Und der arbeitenden Bevölkerung wird somit ebenfalls Druck gemacht, wenn man ihnen mit existentiellem Absturz per Gesetz droht, somit kann man dann auch BIlliglöhne aufbrummen frei nach dem Motto Hauptsache man hat einen Job.
Ein sozialer Kapitalismus sowie ein solides Sozialsystem würden bereits zwei Eckpfeiler darstellen, um die bereits zerrüttete Gesellschaft vielleicht wieder ein wenig zu flicken und vielleicht noch schlimmere Dinge abzuwenden.
